Advanced Level Prüfungsordnung

Geltungsbereich

Dieses Dokument regelt die Prüfungen zum Zertifikat Certified Professional for 
Software Architecture – Advanced Level (CPSA-A), für alle Module des Lehrplans.

Kompetenzbereiche und Modulkonzept

Drei Kompetenzbereiche

Der iSAQB definiert für den CPSA-A Lehrpläne in den folgenden drei Kompetenzbereichen:

  • Methodische Kompetenz: Systematisches Vorgehen bei Architekturaufgaben, unabhängig von Technologien
  • Technische Kompetenz: Kenntnis und Anwendung von Technologien zur Lösung von Entwurfsaufgaben
  • Kommunikative Kompetenz: Fähigkeiten zur produktiven Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Stakeholdern, Kommunikation, Präsentation, Argumentation, Moderation.

Flexible Ausbildungswege

Als Teilnehmer am CPSA-A-Zertifizierungsprogramm können Sie aus den drei Kompetenzbereichen individuell Ihren Ausbildungsweg zusammenstellen. Als Voraussetzung zur Prüfung müssen Sie lediglich die geforderte Mindestanzahl Credit Points aus den unterschiedlichen Kompetenzbereichen nachweisen. Durch welche Kombination von Schulungen Sie diese Punkte erreichen, bleibt Ihnen als Teilnehmer freigestellt.

Modulkonzept

Für jeden dieser Kompetenzbereiche gibt es verschiedene Schulungsmodule, deren Lehrpläne durch den iSAQB definiert werden. Zu jedem Modul gibt es eine Anzahl Credit Points für die drei Kompetenzbereiche. Die genaue Zuordnung von Credit Points zu den Modulen ist auf der Seite zum Advanced Level angegeben.

Anerkennung von nicht-iSAQB lizenzierten Schulungen oder Zertifikaten

Der iSAQB e. V. erkennt verschiedene Zertifikate und Schulungen außerhalb der Lehrpläne für die Zulassung zur CPSA-A-Prüfung an. Auf der Seite zum Advanced Level sind die anerkannten Kurse und Zertifikate mit den anrechenbaren Credit Points aufgelistet.

Prüfungsvoraussetzung

Zur Zertifizierung muss jeder Prüfling der Zertifizierungsstelle schriftlich folgende Voraussetzungen nachweisen:

Voraussetzung Nachweis durch
Certified Professional for Software Architecture, Foundation Level Zertifikat von iSAQB
Mindestens drei Jahre Vollzeit-Berufserfahrung in der IT-Branche, dabei Mitarbeit an Entwurf und Entwicklung von mindestens zwei unterschiedlichen IT-Systemen. Tabellarische Kurzbeschreibung der Tätigkeiten sowie der betroffenen IT-Systeme. Dabei stichwortartige Angabe wesentlicher Merkmale (System-, Projektumfang, Branche, Technologien, eingesetzte Produkte, Frameworks, Betriebssysteme, Methoden, Muster)
Teilnahme an CPSA-A-lizenzierten Schulungen (oder vergleichbare anerkannte Schulungen oder Zertifikate) im Umfang von insgesamt mindestens 70 Credit Points aus allen drei verschiedenen Kompetenzbereichen mit mindestens 10 Credit Points in jedem Kompetenzbereich. Teilnahmebescheinigungen der lizenzierten Schulungsanbieter
Geheimhaltungsvereinbarung betreffend die Prüfungsaufgabe Persönliche, schriftliche Einverständniserklärung des Prüflings, die enthaltene Aufgabe sowie sämtliche bei der Erarbeitung entstandenen Unterlagen, Modelle, Dokumente und Notizen nicht an andere Personen oder Organisationen weiterzugeben. Hierfür stellt der iSAQB einen entsprechenden Standardvertrag bereit, der im Falle der Verletzung durch den Prüfling eine Konventionalstrafe vorsieht.

Der iSAQB behält sich vor, diese Voraussetzungen komplett oder in Stichproben zu überprüfen, insbesondere die Art und Dauer der Mitarbeit an den geforderten IT-Systemen – in diesem Fall kann die Angabe von Referenzen oder Ansprechpartnern notwendig sein.

Beispiele:

  • Josef E. absolviert die Architekturbewertung (20 CP methodisch), Architekturdokumentation (20 CP methodisch) sowie die Web-Architekturen (20 CP technisch). Die damit insgesamt 60 CPs genügen nicht für die Teilnahme an der CPSA-A-Zertifizierung.
  • Franz A. hat Schulungen außerhalb des iSAQB-Lehrplans besucht, die der iSAQB mit 10 CP technische Kompetenz anrechnet (gemäß Liste für anerkannte Zertifikate). Durch Absolvieren der Architekturbewertung (20 CP methodisch), Architekturdokumentation (20 CP methodisch) sowie einer Softskill-Schulung (30 CP kommunikativ) erreicht Franz A. mehr als die erforderlichen 70 CP.

Kosten der Prüfung

Für die Teilnahme an der Prüfung ist vom Teilnehmer eine Prüfungsgebühr zu entrichten, zusätzlich zu den Kosten der individuell gewählten Schulungen.

Beteiligte am Prüfungsprozess

Am CPSA-A-Prüfungsprozess sind die folgenden Personen beteiligt:

  • Der Prüfungsteilnehmer (auch kurz „Teilnehmer“ genannt)
  • Die Zertifizierungsstelle
  • Die Prüfer
  • Die Arbeitsgruppe Advanced Level im iSAQB e. V.
Hinweis: Aus Gründen der Kürze und Einfachheit des Textes werden hier maskuline Begriffe verwendet, obwohl dabei immer auch Personen weiblichen Geschlechts gemeint sein können (z. B. Prüfungsteilnehmerinnen oder Prüferinnen).

Vorbereitung der Prüfung

Es wird empfohlen, dass ein zukünftiger Prüfungsteilnehmer seine Prüfung zunächst grob plant, notwendige Schulungen besucht und sich dann zur Prüfung anmeldet. Mögliche Quellen hierfür sind:

  • Die Website des iSAQB
  • Kontakt mit einem lizenzierten Schulungsanbieter oder Trainingsorganisator
  • Kontakt mit einem Mitglied des iSAQB
  • Informationen in Veröffentlichungen wie z. B. News, Artikel oder Bücher
  • Auf iSAQB-Veranstaltungen

Bestandsaufname

Der Prüfungsteilnehmer schaut zunächst nach, ob er anerkennbare Zertifikate besitzt bzw. CPSA-A-lizenzierte oder sonstige anerkennbare Schulungen besucht hat (Nachweis des Besuchs erforderlich) und wie viele der für die Zertifizierung zum CPSA-A erforderlichen Credit Points er schon nachweisen kann. Die aktuelle Liste der für die CPSA-A-Zertifizierung lizenzierten oder in sonstiger Weise anerkannten Zertifikate und Schulungen findet sich auf der Webseite zum Advanced-Level.

Suche nach CPSA-A-lizenzierten Schulungen

Der Prüfungsteilnehmer sucht zum Erwerb der für die Zertifizierung zum CPSA-A erforderlichen Credit Points eine oder mehrere lizenzierte Schulungen.

Informationen zu lizenzierten Schulungsanbietern finden sich auf der iSAQB-Website im Tool Schulungsfinder.

Detaillierte Informationen über die lizenzierten Schulungen erhält der Teilnehmer direkt bei den lizenzierten Schulungsanbietern.

Besuch lizenzierter Schulungen

Der Teilnehmer besucht zum Erwerb der für die Zertifizierung zum CPSA-A erforderlichen Credit Points eine oder mehrere lizenzierte Schulungen.

Informationen zu Lehrplanmodulen und deren Credit Points finden sich auf der iSAQB-Website.

Detaillierte Informationen über lizenzierte Schulungen erhält der Teilnehmer direkt bei den lizenzierten Schulungsanbietern.

Der Teilnehmer meldet sich direkt bei dem lizenzierten Schulungsanbieter zu der gewünschten Schulung (bzw. den gewünschten Schulungen) an.

Der Schulungsanbieter gibt dem Teilnehmer bei erfolgreichem Abschluss der Schulung eine Teilnahmebestätigung, auf der die erworbenen Credit Points ausgewiesen sind.

Anmeldung zur Prüfung

Der Teilnehmer meldet sich schriftlich bei einer vom iSAQB lizenzierten Zertifizierungsstelle zur Prüfung an.

Bei der Anmeldung übergibt der Teilnehmer folgende Informationen und Bescheinigungen:

  • Kontaktdaten (Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse)
  • Lebenslauf
  • Projektnachweise
  • CPSA-F-Zertifikat
  • Teilnahmebestätigungen für lizenzierte Schulungen (mit CPs), evtl. Zertifikate und Schulungsbescheinigungen für anerkannte Schulungen
  • Geheimhaltungsvereinbarung
  • Systemart der Prüfungsaufgabe (z. B. Informationssystem, Web-basiertes Informationssystem, Embedded System)
  • Gewünschter Prüfungszeitraum

Die Zertifizierungsstelle überprüft die Vollständigkeit der Anmeldung, und fordert ggf. fehlende Angaben nach.

Bestellung der Prüfer, Finden des Prüfungszeitraums

Der iSAQB stellt den Zertifizierungsstellen eine Liste der Prüfer zur Verfügung. Zu jedem Prüfer enthält die Liste auch die Systemarten, für die der Prüfer zur Verfügung steht.

Die Zertifizierungsstelle klärt, ob im vom Teilnehmer gewünschten Prüfungszeitraum zwei geeignete Prüfer zur Verfügung stehen. Falls nicht, vereinbart die Zertifizierungsstelle einen anderen Prüfungszeitraum mit dem Teilnehmer.

Die Zertifizierungsstelle bestätigt dem Teilnehmer den Prüfungszeitraum. Der Teilnehmer kann später notfalls eine Verschiebung des Prüfungszeitraums beantragen, falls außergewöhnliche Umstände eintreten, die ihn an der Absolvierung der Prüfung im geplanten Zeitraum hindern. Die Zertifizierungsstelle vereinbart dann mit ihm und den Prüfern einen neuen Prüfungszeitraum. Der Teilnehmer darf die Prüfung nur einmal verschieben.

Gebührenzahlung

Wenn alle Voraussetzungen für die Prüfungsanmeldung erfüllt sind, stellt die Zertifizierungsstelle die Rechnung für die Prüfungsgebühr an den Teilnehmer.

Weitere Schritte erfolgen erst, nachdem der Teilnehmer die Prüfungsgebühr an die Zertifizierungsstelle entrichtet hat.

Die Zertifizierungsstelle bezahlt von der Prüfungsgebühr einen Anteil an den iSAQB und später das Honorar für die Prüfer.

Versand der Prüfungsaufgabe

Die Zertifizierungsstelle wählt eine Prüfungsaufgabe für den Teilnehmer aus und sendet die Aufgabe je nach Präferenz des Teilnehmers

  • als personalisiertes Schreiben per Einschreiben an den Teilnehmer oder
  • per E-Mail als personalisiertes, geschütztes PDF-Dokument an den Teilnehmer.

Der Teilnehmer erhält auf Wunsch zwei Aufgaben aus zwei verschiedenen Systemarten zur Auswahl, nachdem er zuvor pro Aufgabe eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnet hat. Nach Zusendung der Aufgaben hat der Teilnehmer drei Tage Zeit, um sich zu entscheiden, welche der beiden Aufgaben er für die Prüfung bearbeiten möchte und um diese Entscheidung der Zertifizierungsstelle mitzuteilen.

Aufbau der Prüfung

Die Prüfung besteht aus zwei Teilen:

Teil 1: Hausarbeit
Teil 2: Mündliche Prüfung

Teil 1 der Prüfung: Die Hausarbeit

Im Rahmen der Hausarbeit muss der Prüfungsteilnehmer eine Ausarbeitung zu vorgegebenen Themenkomplexen erstellen. Die Ausarbeitung muss selbstständig erstellt werden.

Ausgabe der Hausarbeit

Nach Einreichung der Voraussetzungen zur Zertifizierung wird die Zertifizierungsstelle im Erfolgsfall eine Prüfungsaufgabe zustellen.

Musteraufgabe

Damit Sie wissen, was inetwa auf Sie zukommt finden Sie hier eine Musteraufgabe. Dabei handelt es sich um eine Aufgabe, die aktuell nicht mehr in Verwendung ist – aber den selben Regeln und Kriterien unterliegt und unterlag, wie die derzeit aktuellen Aufgaben.

Anforderungen an die Ausarbeitung

Die Zertifizierungsprüfung erfolgt durch die selbstständige Bearbeitung einer Architekturaufgabe. Die Teilnehmer wählen die Systemart der Aufgabe aus (zum Beispiel: Informationssystem, Web-basiertes Informationssystem oder Embedded System) aus.

Die Zertifizierungsstelle wählt aus den vorhandenen Aufgaben dieser Systemart zufällig eine aus und stellt dem Teilnehmer diese je nach Präferenz des Teilnehmers als personalisiertes Einschreiben oder als personalisiertes, geschütztes PDF zu. Die Aufgabe besteht darin, auf Basis einer vorhandenen Anforderungsbeschreibung ein fachlich und technisch angemessenes IT-System zu entwerfen, zu dokumentieren und den von der Zertifizierungsstelle benannten Prüfern dieses im Rahmen eines telefonischen oder persönlichen Interviews zu erläutern.

Fragestellung

Die Fragestellungen zur Hausarbeit beziehen sich auf den Stoff des Lehrplanes und müssen anhand der vom Prüfungsteilnehmer gewählten Projektsituation beantwortet werden.

Bearbeitung der Aufgabe

Die erfolgreiche Bearbeitung der CPSA-A-Aufgabe benötigt mindestens 40 Zeitstunden Aufwand. Teilnehmer haben für die Bearbeitung ab Übergabe der Aufgabenstellung in der Regel 3 Monate Zeit.

Erwartet wird eine schriftliche Ausarbeitung (Umfang 30 – 40 A4-Seiten Text und Diagramme: Schrift: 11 pt, Rand: 2,5 cm, einfacher Zeilenabstand). Eine lauffähige Implementierung ist nicht Bestandteil der Aufgabenstellung, kann bei Bedarf zur Absicherung von Konzepten aber vorgelegt werden.

Verständnisfragen

Hat der Teilnehmer Verständnisfragen zu der Prüfungsaufgabe, kann er diese per E-Mail an die Zertifizierungsstelle senden. Die Zertifizierungsstelle leitet die Fragen an die vorgesehenen Prüfer weiter, die diese innerhalb von 14 Tagen beantworten.

Dies umfasst nicht die Beantwortung (unvermeidbarer) offener Punkte in der Prüfungsaufgabe. Diese sind vom Teilnehmer so zu behandeln wie in der Prüfungsaufgabe beschrieben (in der Regel durch Treffen einer sinnvollen Annahme inklusive Begründung der Annahme).

Anonymisierung und Vertraulichkeit der Inhalte der Hausarbeit

Alle an der Prüfung beteiligten Personen und Institutionen sind angehalten, die Inhalte der Hausarbeit vertraulich zu behandeln und nicht an unbeteiligte Dritte weiterzugeben.

Die letztendliche Verantwortung für die Inhalte der Hausarbeit und deren Weitergabe liegt aber allein beim Prüfungsteilnehmer. Er hat bereits beim Erstellen der Hausarbeit darauf zu achten, keine Verschwiegenheitsverpflichtungen gegenüber seinem Arbeitgeber, Dienstherren oder Auftraggeber zu verletzen.

Seitens des iSAQB e. V. sowie weiteren an der Prüfung beteiligten Personen und Institutionen wird keinerlei Haftung für jedwede Schäden oder Forderungen übernommen, die aus einer Verletzung einer Verschwiegenheitsverpflichtung entstehen.

Sollte der Prüfungsteilnehmer unsicher sein, ob er durch die Inhalte der Hausarbeit seine jeweiligen Verschwiegenheitsverpflichtungen verletzt, so sollte er sich vor der Einreichung der Hausarbeit an seinen Arbeitgeber, Dienstherren oder Auftraggeber wenden.

Kontaktdaten

Der Prüfungsteilnehmer ist verpflichtet, die schriftliche Ausarbeitung mit seinen Kontaktdaten zu versehen. Hierzu gehört die Postanschrift, eine E-Mail-Adresse und, wenn möglich, eine Telefonnummer, unter der er zu den von ihm anzugebenden Zeiten zu erreichen ist.

Bearbeitungszeit und Abgabetermin

Die Hausarbeit muss innerhalb von drei Monaten nach Erhalt der Aufgabenstellung bearbeitet und an die Zertifizierungsstelle zurückgesendet werden. Die Zertifizierungsstelle teilt dem Prüfungsteilnehmer zusammen mit der Zustellung der Hausarbeit den Abgabetermin mit, eine frühere Abgabe ist möglich.

Wird die Hausarbeit nicht fristgerecht zurückgesandt, so gilt dieser Prüfungsteil als nicht bestanden. Neben der Einhaltung der Frist von drei Monaten ist in diesem Zusammenhang auch die Gesamtfrist für die Prüfung von 12 Monaten zu berücksichtigen, wenn diese überschritten wird, so gilt die gesamte Prüfung als nicht bestanden — unabhängig davon, ob die Dreimonatsfrist eingehalten wurde oder nicht.

Form der Abgabe der Hausarbeit

Die Hausarbeit ist elektronisch in Form eines PDF-Dokuments bei der Zertifizierungsstelle einzureichen. Das PDF-Dokument kann entweder durch Einscannen gedruckter Unterlagen, oder durch Abspeichern der Ausarbeitung als PDF erzeugt werden. In jedem Fall ist der Prüfungsteilnehmer für die Lesbarkeit der PDF-Dokumente verantwortlich. Sind die PDF-Dokumente ganz oder teilweise unlesbar, so gilt dieser Prüfungsteil als nicht bestanden.

Zusätzlich zu der Hausarbeit muss das Deckblatt mit der Erklärung über die selbständige Bearbeitung der Hausarbeit handschriftlich signiert, eingescannt und als PDF-Dokument eingereicht werden. Eine elektronische Unterschrift oder das Einfügen einer eingescannten Unterschrift ist nicht zulässig.

Verlängerung der Bearbeitungszeit der Hausarbeit auf Antrag unter besondern Umständen

Aufgrund besonderer Umstände kann in begründeten Einzelfällen der Bearbeitungszeitraum der Hausarbeit einmalig um bis zu 3 Monate verlängert werden.

  • Der Antrag muss innerhalb der vorgegebenen Bearbeitungszeit schriftlich bei der Zertifizierungsstelle eingereicht und entsprechend begründet werden. Die Zertifizierungsstelle hat das Recht, die Angaben zu überprüfen. Bei nachweisbar falschen Angaben wird der Prüfungsteilnehmer von der Prüfung ausgeschlossen beziehungsweise ein vergebenes Zertifikat aberkannt.
  • Für den Fall, dass durch die Verlängerung die Frist von 12 Monaten für die gesamte Prüfung (siehe Abschnitt Bearbeitungszeit und Abgabetermin) überschritten wird, so verlängert sich die Gesamtfrist bis zu dem Zeitpunkt zu dem die Verlängerungsfrist abläuft.

Beurteilung der Hausarbeit

Die Zertifizierungsstelle sendet die vom Prüfungsteilnehmer erstellte schriftliche Ausarbeitung an zwei vom iSAQB benannte Experten (Prüfer) zur Beurteilung.

Die Prüfer nehmen innerhalb von maximal vier Wochen die Korrektur vor. Während dieses Zeitraumes haben die Prüfer die Möglichkeit, den Prüfungsteilnehmer telefonisch oder per E-Mail zu kontaktieren und Rückfragen zu stellen.

Sind sich beide Prüfer über den Erfolg der Prüfung nicht einig (einer bewertet mit „bestanden“, der andere mit „nicht bestanden“), wird die Zertifizierungsstelle einen dritten Prüfer hinzuziehen.

Der Prüfungsteilnehmer ist verpflichtet, die Rückfragen der Prüfer zu beantworten. Bei Verweigerung der Antwort oder einer nicht fristgerechten Antwort (im Fall einer schriftlichen Kontaktierung wird eine Frist zur Rückmeldung gesetzt) des Prüfungsteilnehmers gilt dieser Teil der Prüfung als nicht bestanden.

Der Prüfungsteilnehmer erhält grundsätzlich die Korrekturen der Prüfer zur Information, unabhängig davon, ob er bestanden hat oder nicht.

Wiederholung der Hausarbeit

Falls die Prüfer gravierende Mängel an der Lösung feststellen, besteht die Möglichkeit der einmaligen Nachbesserung innerhalb von zwei Monaten ab dem Datum der Mitteilung über das Nichtbestehen an den Prüfungsteilnehmer. In diesem Fall wird der Zertifizierer für die Nachprüfung eine Gebühr berechnen.

Einspruch

Der Prüfungsteilnehmer kann Einspruch gegen die Bewertung erheben, er muss diesen schriftlich begründen. Die Zertifizierungsstelle leitet die Begründung an den Korrektor weiter, dieser prüft den Einspruch und die Begründung und gibt eine Stellungnahme dazu ab. In der Stellungnahme wird die Bewertung bestätigt, oder eine neue Bewertung abgegeben, diese ist verbindlich und kann nicht mehr angefochten werden.

Teil 2 der Prüfung: Verteidigung der Hausarbeit

Im zweiten Schritt werden beide Prüfer mit dem Prüfling eine mindestens 30- höchstens 60-minütige telefonische Erörterung der Lösung durchführen. Dabei muss der Prüfling seinen Entwurf bzw. Entwurfsentscheidungen gegenüber Fragen der Prüfer verteidigen.

Die beiden Prüfer können über den Erfolg der Prüfung unmittelbar entscheiden. Sind sich beide Prüfer über den Erfolg der Prüfung nicht einig (einer bewertet mit „bestanden“, der andere mit „nicht bestanden“), wird die Zertifizierungsstelle einen dritten Prüfer hinzuziehen.

Bedingungen zum Bestehen der Prüfung

Die Prüfung gilt als bestanden, wenn beide Prüfungsteile bestanden wurden, d. h. die Prüfungsteile müssen jeder für sich betrachtet, unabhängig vom anderen Teil, bestanden werden. Das Bestehen von Teil 1 ist Voraussetzung für die Teilnahme an Teil 2.

Beide Teile der Prüfung müssen innerhalb von 12 Monaten ab der ersten Teilnahme an der Prüfung abgeschlossen werden, sonst ist die Prüfung nicht bestanden. Diese Frist von 12 Monaten gilt in allen denkbaren Fällen, auch bei Wiederholung einzelner Teile.

Benachrichtigung über Ergebnisse und evtl. Wiederholungsprüfungen

Die Benachrichtigung über die Ergebnisse der Prüfungsteile, ebenso wie der Versand der Zertifikatsurkunde, erfolgt schriftlich durch die Zertifizierungsstelle an die vom Prüfungsteilnehmer angegebene Adresse.

Falls die Prüfer gravierenden Mängel an der Lösung feststellen, besteht die Möglichkeit der einmaligen Nachbesserung innerhalb von zwei Monaten ab dem Datum der Mitteilung über das Nichtbestehen an den Prüfungsteilnehmer. In diesem Fall wird die Zertifizierungsstelle eine Nachprüfungsgebühr berechnen.

Bei der telefonischen Nachprüfung wird mindestens ein dritter Prüfer teilnehmen.

Falls auch die Nachprüfung von mindestens zwei Prüfern als nicht bestanden bewertet wird, so kann der Prüfling frühestens nach Ablauf eines Jahres eine erneute Prüfung beantragen.