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Ehren­amtlich engagierte iSAQB Mitglieder im Interview!!

Seit 2008 engagieren sich die Mitglieder des Inter­na­tional Software Architecture Quali­fi­cation Board, kurz: iSAQB e.V., für eine Standar­di­sierung der Ausbildung von Software­ar­chi­tekten. Sie alle sind Experten auf dem Gebiet der Software­architektur aus Industrie‑, Beratungs- und Trainings­un­ter­nehmen, Wissen­schaft oder anderen Organi­sa­tionen und engagieren sich ehren­amtlich beim iSAQB.

Lesen sie hier von acht der derzeit insgesamt 88 Mitglieder des iSAQB über ihr Engagement im Verein, welche Formen der Zerti­fi­zierung es gibt und warum eine Zerti­fi­zierung im Bereich Software­architektur schon längst überfällig ist.

Warum wurde der iSAQB e.V. gegründet?

Phillip Ghadir: Der iSAQB wurde gegründet, um die Ausbildung für Software­ar­chi­tekten zu standar­di­sieren und zu verein­heit­lichen. Idealer­weise sollte diese Ausbildung den gemein­samen Nenner zwischen den Software­ar­chi­tekten, die Software entwi­ckeln und den Software­ar­chi­tekten, die planen und Kommu­ni­kation verant­worten bilden.

Wer kann sich Software Architekt nennen?

Matthias Bohlen: Im Prinzip kann sich jeder so nennen, denn die Bezeichnung ist nicht geschützt. Aber in einem typischen Software­ent­wick­lungsteam gibt immer den einen oder die zwei im Team, die diese „Design-Energie“ haben: Denen ist es nicht egal wie eine Kompo­nente heißt, denen ist es nicht egal, wie die Schnitt­stelle aussieht, denen ist es nicht egal, ob ein System wartbar und erwei­terbar ist. Und genau diese Leute braucht es, und genau diese Leute sollten sich Software­ar­chitekt nennen dürfen.

Andreas Rausch: Tatsächlich ist es ein großes Problem, dass sich jeder so nennen darf. Und es ist einer der Gründe, warum wir ein klares Berufsbild mit einem inhaltlich unter­füt­terten Zerti­fi­zie­rungs­pro­gramm haben müssen.

Warum ist eine Zerti­fi­zierung für den Software Archi­tekten wichtig bzw. welchen Mehrwert hat sie?

Martin Rösch: Ich sehe das wie mit einem Führer­schein, der dokumen­tiert, dass der Inhaber die Grund­regeln des Straßen­ver­kehrs kennt. Eine iSAQB Zerti­fi­zierung dokumen­tiert das erworbene Wissen und ist deswegen ein Quali­täts­merkmal für einen Auftrag­geber oder Vorgesetzten.

Wolfgang Fahl: Bislang muss ein Arbeit­geber seine Erwartungen in den Stellen­aus­schrei­bungen konkre­ti­sieren. Das fällt nun weg, denn im Lehrplan des iSAQB sind 46 Lernziele festgelegt, die wir von einem Software­ar­chi­tekten erwarten. Am Ende der Ausbildung ist Dank des Zerti­fikats klar, was ich als Software­ar­chitekt alles kann.

Wie unter­scheiden Sich die Zertifizierungsstufen?

Mahbouba Gharbi: Der Foundation Level schafft eine gemeinsame Basis für das Thema Software­architektur. Er ist ein Grund­la­genkurs für Software­ar­chi­tekten aber auch für Software­ent­wickler, Tester, Analy­tiker oder technische Projekt­leiter. Der Advanced Level richtet sich an erfahrene Software­ar­chi­tekten und Software­ent­wickler, die sich schon mit dem Thema Software­architektur ausein­an­der­ge­setzt haben.

Stefan Tilkov: Der Foundation Level schließt mit einem Multiple Choice Test aus 42 Fragen ab. Um die Prüfung zu bestehen, muss der Teilnehmer mindestens 60% der Fragen korrekt beant­worten. Der Advanced Level funktio­niert grund­sätzlich anders und ist aus verschie­denen Modulen und verschie­denen Bereichen aufgebaut.

Wolfgang Fahl: Im Advanced Level müssen die Teilnehmer aus den Modulen der drei Kompetenz­bereiche Methodik, Technik und Kommu­ni­kation 70 Credit Points sammeln, um sich zur Prüfung anzumelden. Hier bekommen sie eine Prüfungs­aufgabe, für deren Bearbeitung sie ca. 40 Stunden Zeit haben und die sie anschließend einem Prüfungs­aus­schuss gegenüber vertei­digen und Rückfragen beant­worten müssen. Wer die Prüfung besteht, kann sich „Certified Profes­sional of Software Architecture“ nennen.

Wie wirkt sich eine Zerti­fi­zierung auf die Karriere aus?

Matthias Bohlen: Ich glaube, dass es innerhalb eines Unter­nehmens gut wäre, wenn möglichst viele Mitar­beiter den Foundation Level durch­laufen. Damit wären sie in den Projekten flexibler einsetzbar und würden schneller Fuß fassen. Die Sprech­weise wäre verein­heit­licht, da alle die gleichen Begriffe verwenden. Der Abschluss eines Advanced Level geht über die Vorteile eines inner­be­trieb­lichen Erfolges hinaus: Als Vorge­setzter kann ich mit dem Quali­täts­merkmal eines iSAQB zerti­fi­zierten Advanced Level-Archi­tekten davon ausgehen, dass ich den Mitar­beiter eigen­ver­ant­wortlich in größere Projekte schicken kann. Und natürlich kann das ein Karrie­re­vorteil sein.

Werden bereits erworbene Zerti­fikate aus Schulungen vom iSAQB e.V. anerkannt?

Carola Lilienthal: Fremde Zerti­fikate können Teil der Advanced Level-Ausbildung sein, denn für bestimmte Zerti­fikate werden Credit Points anerkannt. Wir geben gerne, schnell und unkom­pli­ziert Auskunft, wie das im Einzelfall aussehen könnte. Inter­es­sierte können sich gerne per Mail an den Verein wenden.

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