Worin unterscheiden sich die drei Systemarten bei der Auswahl der Prüfungsaufgaben?
Informationssystem
Ein Informationssystem dient zum Abrufen von Informationen und zur Abwicklung von Geschäftsvorfällen. Benutzer:innen in verschiedenen Rollen arbeiten kollaborativ an einem Gesamtergebnis. Das System übernimmt dabei für sie die Speicherung, Ein- und Ausgabe, Validierung und Verarbeitung der Daten. Auch das Aggregieren von Daten zu Berichten kommt vor.
Informationssysteme werden häufig im Intranet eines Unternehmens eingesetzt. Dort rechnet man in der Regel mit Benutzer:innen, deren Verhalten z. B. bezogen auf Skalierung in gewissen Grenzen voraussagbar und regelmäßig ist (keine “freie Wildbahn” wie im Internet).
Oft sind komplexere Geschäftsprozesse wichtig, wodurch es auch herausfordernd sein kann, Benutzer:innen für die Geschäftsprozesse richtig zu autorisieren.
Informationssysteme können auch webbasiert sein, doch sind sie keine “Websysteme” (präzise Definition dazu im nächsten Abschnitt).
Websystem
Ein Websystem dient grundsätzlich den gleichen Zwecken wie ein Informationssystem. Der Unterschied liegt in der Zielgruppe und in der Art der Nutzung. Ein Websystem ist für den Einsatz im Internet (der “freien Wildbahn”) gedacht. Das Internet ist eine Umgebung, in der hohe Benutzerzahlen, stark wechselnde Last und gelegentlich auch böswillige Angreifer zu erwarten sind. Bedingt durch die Nutzung des Internets sind auch oft höhere Netzwerklatenzen als bei Inhouseanwendungen zu erwarten, was sich negativ auf das Systemanwortzeitverhalten und damit (auch) dessen Usability auswirken kann.
Auf diese besonderen Umstände muss beim Entwurf eines Websystems (zusätzlich zur Fachlichkeit) speziell geachtet werden.
Embedded System
Ein Embedded System ist durch Sensoren direkt mit seiner Umwelt verbunden und kann auch über Aktoren auf die Umwelt Einfluss nehmen. Aufgaben eines Embedded Systems sind häufig Messung, Steuerung oder Regelung von Prozessen in seiner Umwelt. Bei Informations- oder Websystemen besteht die Umwelt hingegen ausschließlich aus menschlichen Benutzer:innen oder anderen IT-Systemen. Oftmals sind die Ressourcen (z. B. Speicher, Energie, Rechenzeit) im Vergleich zu Informations- und Websystemen in Embedded Systems stark begrenzt und Architekturen für solche Systeme müssen dies berücksichtigen. Häufig spielen Latenzen eine Rolle, d. h. die Reaktionszeit auf externe Ereignisse und deren Abarbeitung. Als Spezialfälle sind hier eingebettete Echtzeitsysteme (engl. Real-Time Systems) zu nennen, in denen die rechtzeitige Abarbeitung von Aufgaben von Bedeutung ist, sowie sicherheitskritische Systeme.

