Software verändert sich ständig. Deshalb ist Flexibilität eine der grundlegenden Eigenschaften guter Softwarearchitektur. In unserem aktuellen Interview erklärt Eberhard Wolff, Initiator des CPSA-Advanced-Level-Moduls FLEX – Flexible Architekturmodelle, der heute das Kuratorenteam des Moduls unterstützt, was eine Architektur wirklich flexibel macht und warum es dabei um weit mehr geht als um einzelne Architekturstile wie Microservices.
FLEX verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz für flexible Softwarearchitekturen und verbindet Konzepte aus dem Domain-Driven Design mit verschiedenen Architekturansätzen, darunter Microservices, Modulithen und Monolithen. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, die richtigen Grenzen für die Aufteilung der Domänenlogik zu finden. Eberhard betont außerdem, dass Architekturentscheidungen weit über technische Fragen hinausgehen: Systemgrenzen beeinflussen Teamstrukturen, Verantwortlichkeiten und Zusammenarbeit. Flexible Architektur ist damit nicht nur für Softwarearchitekt:innen relevant.
Die wichtigsten Erkenntnisse
Flexibilität ist eine grundlegende Eigenschaft von Softwarearchitektur.
Software ist darauf ausgelegt, sich im Laufe der Zeit zu verändern. Eine Architektur, die solche Veränderungen unterstützt, schafft deshalb langfristig einen erheblichen Mehrwert.
Flexible Architektur bedeutet mehr als Microservices.
Microservices bieten bestimmte Formen von Flexibilität, bringen aber auch zusätzliche technische Komplexität und Kosten mit sich. FLEX betrachtet daher auch Alternativen wie Modulithen und Monolithen und greift Erfahrungen aus der Praxis mit Microservice-Architekturen auf.
Die richtigen Grenzen zu finden, ist eine der größten Herausforderungen.
Wie die Domänenlogik in einzelne Module aufgeteilt wird, hat großen Einfluss auf die Flexibilität eines Systems. Laut Eberhard ist dies eine häufige architektonische Herausforderung, bei der vielen Praktiker:innen noch ein klares Verständnis fehlt.
Flexible Architektur betrifft mehr als nur technische Rollen.
Architektonische Grenzen können beeinflussen, wie Teams strukturiert sind und welche Verantwortlichkeiten sie übernehmen. Deshalb ist das Thema nicht nur für Softwarearchitekt:innen und Entwickler:innen relevant, sondern auch für Product Owner, Führungskräfte und andere Personen, die an der Gestaltung von Softwaresystemen beteiligt sind.
KI kann Architekturarbeit unterstützen, aber Softwarearchitektur bleibt „People Business“.
LLMs und KI können als zusätzliche Werkzeuge bei Architekturentscheidungen unterstützen. Sie ersetzen jedoch nicht das gemeinsame Verständnis, das zwischen den verschiedenen Personen und Rollen bei der Gestaltung eines Systems erforderlich ist.
Mehr erfahren? Im vollständigen Interview mit Eberhard Wolff erfahren Sie, wie das FLEX-Modul dabei hilft, die Prinzipien flexibler Architekturen zu verstehen und Softwaresysteme zu entwickeln, die für zukünftige Veränderungen gerüstet sind.