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iSAQB Blog FUNAR interview with curator Michael Sperber

Teilnahme am iSAQB® CPSA®-Advanced-Training in funktio­naler Software­architektur (FUNAR) – Wer sollte die Schulung besuchen und warum?

Ein Interview mit Kurator Michael Sperber

Wer soll mit dem Modul FUNAR angesprochen werden?

Die Schulung ist für alle Softwarearchitekt:innen gedacht, die neugierig sind auf Ansätze zur Software­architektur, die sich funda­mental von tradi­tio­nellen OOP-basierten Ansätzen unter­scheiden (und natürlich effek­tiver sind).

 

Welche Bedeutung hat das Modul für die beruf­liche Praxis von Softwarearchitekt:innen?

Das kommt drauf an: Funktionale Archi­tektur unter­scheidet sich schon wesentlich von objekt­ori­en­tierter Archi­tektur, und sie entfaltet ihre volle Wirkung erst bei Verwendung von funktio­nalen Programmiersprachen.

Gerade in Deutschland stehen viele Projekte Änderungen und Neuerungen ablehnend oder zumindest skeptisch gegenüber.  In Projekten und Teams, die offen sind für andere und besonders effektive Ansätze, findet sich aber eigentlich immer ein Weg, um von funktio­naler Archi­tektur zu profitieren.

 

Welche Fähig­keiten erwerben Softwarearchitekt:innen im Modul, was genau lernt man in dieser Schulung?

Die Schulung vermittelt zunächst einmal grund­le­gende Fähig­keiten beim Umgang mit unver­än­der­lichen Daten (ein Grund­pfeiler funktio­naler Archi­tektur) und vor allem mit syste­ma­ti­scher Abstraktion.  Dazu gehören auch die typisch funktio­nalen Abstraktionsmuster.

Die Schulung vermittelt dann, wie diese Techniken für besonders effektive Domänen­mo­del­lierung einge­setzt werden können, speziell für die Erstellung sogenannter Kombi­na­tor­mo­delle, die besonders flexibel und langlebig sind.  Des Weiteren vermittelt die Schulung, wie funktionale Program­mierung im Kontext von Domain-Driven Design funktio­niert – die beiden Ansätze harmo­nieren ziemlich gut. (Es gibt noch weitere Themen, aber dies sind die wichtigsten.)

 

Warum sollten (angehende) Softwarearchitekt:innen an einer solchen Schulung teilnehmen?

Funktionale Archi­tektur hat eine Reihe von Vorteilen:

  • Sie reduziert archi­tek­to­nische Kopplung drastisch und sorgt so für bessere Wartbarkeit.
  • Funktionale Domänen­mo­delle sind flexibler und damit langle­biger als typische DDD-Modelle.
  • Funktionale Archi­tektur erleichtert es, wichtige Eigen­schaften der Software zu formu­lieren und ihre Erfüllung sicherzustellen.

 

Können Softwarearchitekt:innen von der Schulung profi­tieren, auch wenn sie in der Praxis keine funktionale Program­mier­sprache verwenden (können)?

Zumindest teilweise: Die wesent­lichen Techniken der Kombi­na­tor­mo­del­lierung können zum Beispiel auch in objekt­ori­en­tierten Sprachen imple­men­tiert werden.  Die entste­henden Modelle passen sich auch nahtlos in einen OO-Kontext ein.  Die in der Schulung vermit­telten fortge­schrit­tenen Abstrak­ti­ons­tech­niken erfordern aller­dings den Einsatz einer funktio­nalen Sprache.

 

Ist funktionale Archi­tektur nur besonders fortge­schrit­tenen oder „talen­tierten“ Architekt:innen zugänglich?

Funktionale Archi­tektur ist für alle zugänglich: Insbe­sondere ist ja die funktionale Program­mierung Grundlage besonders effek­tiver Anfän­ger­aus­bildung in der Infor­matik.  (Und das funktio­niert sogar für Schul­kinder.) Unter dem Strich ist funktionale Program­mierung und Archi­tektur sogar einfacher als OO.

Aller­dings sind die funktio­nalen Konzepte fremd, wenn man mit OO aufge­wachsen ist: das ist zunächst einmal anstrengend. Die Schulung wird deshalb in der Regel mit einem optio­nalen eintä­gigen Vorkurs angeboten, der die wichtigsten Grund­lagen vermittelt.

 

Sie möchten mehr über das CPSA-Advanced-Level-Modul FUNAR erfahren? Bitte besuchen Sie die FUNAR-Modul-Webseite.

Sie möchten lieber gleich eine passende FUNAR-Schulung finden und buchen? Dann sehen Sie sich in unserem Schulungs­ka­lender um.

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Über die Autor:innen

Dr. Michael Sperber
Organisation
Land
Deutschland
Michael Sperber ist Geschäftsführer der Active Group in Tübingen, die Softwareprojektentwicklung mittels funktionaler Programmierung betreibt. Mike entwickelt seit 1984 Software und ist anerkannter Experte für funktionale Programmierung, die er seit mehr als 25 Jahren in Forschung, Lehre und industrieller Entwicklung anwendet. Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Arbeiten, Artikel und Bücher zu diesem Thema, darunter des iSAQB-Lehrplans zur funktionalen Softwarearchitektur. Mike ist Mitbegründer des Blogs funktionale-programmierung.de und Mitorganisator der jährlichen BOB-Entwicklerkonferenz.  

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